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Rhesusprophylaxe

Gesundes Kind dank Anti-D-Prophylaxe

Die Initiative „Lobby für das Kind“ informiert
Gesundes Kind Dank Anti-D-Prophylaxe

(dgk) Die Seite 2 im hellblauen Mutterpass hat unter der Überschrift „Serologische Untersuchungen“ ein rosa Feld, in das die Blutgruppe eingetragen wird, gleich darunter befindet sich ein rotes für den Rhesusfaktor. Der Rhesusfaktur wird auch mit „D“ abgekürzt und ist ein Merkmal, welches zusätzlich zur Blutgruppe eine wichtige Rolle bei der Verträglichkeit von Blut spielt. Trägt jemand diese Eigenschaft auf seinen roten Blutkörperchen (Erythrozyten), ist er Rhesus-positiv (D), trägt er sie nicht, ist er Rhesus-negativ (d).

Bei Bluttransfusionen, wie sie etwa nach Unfällen oder bei aufwändigen Operationen notwendig sind, kommt der Patient mit fremdem Blut in Kontakt. Er bekommt selbstverständlich nur Blut transfundiert, dass mit der eigenen Blutgruppe übereinstimmt. Sonst kann es zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen kommen. Neben diesen Blutgruppen A, B, O oder AB muss bei einer Blutübertragung aber auch der Rhesus-Faktor berücksichtigt werden.

Auch während einer Schwangerschaft können einzelne Erythrozyten des Kindes ins Blut der Mutter gelangen. Das ist aber nur dann ein Problem, wenn die Mutter Rhesus-negativ ist und das Kind Rhesus-positiv. Das entsprechende Gen für den Rhesusfaktor hat das Kind dabei vom Vater geerbt. Das Abwehrsystem der Mutter erkennt die roten Blutkörperchen das heranwachsenden Babys nun aber als fremd und bildet Antikörper gegen das Rhesusfaktor-positive Blut des Kindes. Man spricht von Sensibilisierung. In der ersten Schwangerschaft ist dies für das Baby nur wenig riskant, da die Menge der Antikörper nur sehr langsam ansteigt. Das erste Kind kann aber auch schon mit einer etwas geringeren Zahl von roten Blutkörperchen und einer Gelbsucht zur Welt kommen.




Eine größere Menge kindlicher Erythrozyten tritt erst während der Geburt in den mütterlichen Blutkreislauf über, die oben geschilderte Reaktion läuft verstärkt ab. Deshalb steigt die Gefahr der schweren Rhesusunverträglichkeiten ab der zweiten Schwangerschaft sprunghaft an. Die nun größere Menge an gebildeten Rhesus-Antikörpern gelangen direkt über die Plazenta in den kindlichen Blutkreislauf. Wenn das Kind wiederum Rhesusfaktor-positiv ist, dann verklumpen die roten Blutkörperchen des Kindes durch die Bindung der mütterlichen Antikörper. Letztendlich werden die roten Blutkörperchen zerstört. Dadurch kommt es zu Blutarmut, Wasser- und Gelbsucht, Fehlbildungen oder Krampfanfällen beim Kind oder das Kind stirbt im Mutterleib.

Diese schwere Komplikation wird von Vornherein verhindert, indem Müttern, die das Merkmal Rhesusfaktor negativ besitzen, ein Anti-D-Immunglobulin gespritzt wird. Dieses Präparat entfernt die kindlichen roten Blutkörperchen aus dem Blut der Mutter, sobald die in den Blutkreislauf der Mutter eintreten. So bildet das Abwehrsystem der Mutter erst gar keine Antikörper gegen die roten Blutkörperchen des Kindes. Das Anti-D-Immunglobulin wird Rhesusfaktor-negativen Schwangeren in der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche zur Vorsorge gegeben. Sobald das Kind geboren ist bekommt die Mutter eine weitere Dosis des Immunglobulins. Auf diese Weise sind natürlich das erste Baby und vor allem alle weiteren Kinder sicher vor einer schweren Rhesus-Unverträglichkeitsreaktion geschützt und können gesund aufwachsen.

 

 

Texte entnommen aus:
Deutsche Gesundheits-Korrespondenz,
Nr. 10, Oktober 2006
Herausgeber:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.
im Kilian
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35037 Marburg
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