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Parenterale Ernährung

 
 

Was ist parenterale Ernährung?

Die parenterale Ernährung ist eine Form der künstlichen Ernährung, bei der die Nährstoffe –Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette sowie lebenswichtige Vitamine und Spurenelemente –in Form von Lösungen über die Blutbahn zugeführt werden. Dazu wird ein spezieller Zugang in die Vene gelegt, der gegebenenfalls über Jahre liegen bleiben kann.

Warum ist eine parenterale Ernährung notwendig?

Eine parenterale Ernährung wird durchgeführt, um entweder eine Mangelernährung zu behandeln oder ihrer Entstehung vorzubeugen. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass Nährstoffe nicht in ausreichender Menge über den Magen-Darmtrakt aufgenommen werden können. Dies ist beispielsweise aufgrund von Krankheiten, einer Operation oder altersbedingten Faktoren der Fall.

Wie häufig ist eine Mangelernährung?

Etwa ein Viertel aller Krankenhauspatienten in Deutschland sind mangelernährt, d.h. ihre Nahrungsaufnahme reicht nicht aus, um den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Dabei bestehen große Unterschiede zwischen verschiedenen Patientengruppen. So tritt Mangelernährung besonders häufig bei älteren Klinikpatienten auf, von denen nahezu die Hälfte nicht ausreichend ernährt sind. In Kliniken mit den Behandlungsschwerpunkten Krebs sowie Magen-Darm-Erkrankungen gelten bis zu etwa 40 Prozent der Patienten als mangelernährt. Seltener sind Patienten auf chirurgischen oder gynäkologischen Klinikstationen betroffen.

Wer ist besonders gefährdet, eine Mangelernährung zu entwickeln?

Neben älteren Patienten sind vor allem Krebskranke gefährdet, eine Mangelernährung zu entwickeln. Krebserkrankungen gehen nicht nur mit einem veränderten Stoffwechsel einher, sondern häufig ist auch die Nahrungsaufnahme gestört: Appetitlosigkeit, Depressionen, Angst und Medikamente beeinträchtigen das Essverhalten. Bei Senioren können altersbedingte Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken sowie – veränderter Geruchs- und Geschmackssinn - Appetit und Nahrungsaufnahme schmälern. Auch die Lebenssituation spielt bei älteren Menschen eine entscheidende Rolle: soziale Isolation ist häufig mit einem erhöhten Risiko für Mangelernährung verbunden.

Was sind die Folgen, wenn eine Mangelernährung nicht behandelt wird?

Eine Mangelernährung schwächt die Muskulatur und die Abwehrkräfte. Das kann dazu führen, dass z.B. nach einer Operation Wunden schlechter heilen, Folgeerkrankungen sowie Komplikationen auftreten und die Genesung insgesamt verzögert wird. Dadurch kann sich auch die Dauer des Krankenhausaufenthalts verlängern.

Welche Therapieoptionen gibt es?

Bei der parenteralen Ernährung werden die Nährstoffe am sichersten in Form von so genannten „Dreikammerbeuteln“ verabreicht, die Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette enthalten. Vitamine und Spurenelemente werden über einen Zuspritzport beigefügt. Dreikammerbeutel sind für den Einsatz in der Klinik, in einer Arztpraxis und sogar beim Patienten zu Hause geeignet. Eine parenterale Ernährung erfordert also nicht notwendigerweise einen Krankenhausaufenthalt - im Gegenteil, oft wirkt sich eine künstliche Ernährung in vertrauter häuslicher Umgebung begünstigend auf die Therapie aus und erhöht zudem die Lebensqualität.

Als besonders vorteilhaft gelten Nährlösungen, deren Fettkomponente auf Olivenöl basiert. Die darin reichlich enthaltenen einfach ungesättigten Fettsäuren liefern Energie und belasten das Immunsystem nicht. Einfach ungesättigte Fettsäuren sind zudem stabiler gegenüber dem Angriff freier Radikale als mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Für kritisch Kranke ist dies von besonderer Bedeutung, da bei Intensivpatienten die Schädigung von Zellstrukturen durch freie Radikale für das Versagen lebenswichtiger Organe verantwortlich gemacht wird.
 

 
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