Am 4. Tag nach der OP beginnt das PD-Training.
Kleines PD-Trainingsprogramm
Das PD-Fachpersonal zeigt Ihnen, wie ein Beutelwechsel durchgeführt wird, und Sie trainieren diesen Arbeitsvorgang unter Anleitung an einer Übungsschürze. Damit werden Sie und Ihr Katheter geschützt, denn die Übungsschürze verzeiht Fehler in der Trainingsphase.
Während dieser Zeit werden die Beutelwechsel für Ihre Dialysebehandlung durch das Personal durchgeführt. Man beginnt hier mit einem kleinen Füllvolumen (500ml), um Sie und Ihren Bauch langsam an die Dialysatmenge zu gewöhnen. Dies gewährleistet gleichzeitig eine gute Einheilung des Katheters. Bis zu Ihrer Entlassung wird die Einlaufmenge der einzelnen Beutel kontinuierlich gesteigert.
Aller Anfang ist schwer, doch Geduld. In kleinen Schritten und im Laufe der Trainingszeit werden Sie alles rund um Ihre Therapie lernen.
Hygiene
An erster Stelle steht die Hygiene.
Überall in unserer Umgebung befinden sich unzählige unsichtbare Keime, vor allem im Mund- und Rachenraum. Diese gehören zu unserem Körper und sind dort nicht gefährlich. Gelangen sie aber über Ihr PD-System in Ihre Bauchhöhle, können sie Infektionen verursachen. Deshalb gibt es einige Hygieneregeln, die das A und O einer komplikationslosen Dialysetherapie sind.
Den Beutelwechsel zu Hause sollten Sie an einem sauberen, ruhigen Ort vornehmen. Fenster und Türen bitte schließen, damit keine Zugluft entsteht. Beginnen Sie nie ohne Mundschutz. Achten Sie darauf, dass Mund und Nase bedeckt sind.
Ihr Arbeitsplatz sollte sauber und desinfiziert sein. Legen Sie bitte Ringe, Armbänder und Armbanduhr ab, und waschen Sie Hände und Unterarme gründlich mit Wasser und Seife. Anschließend erfolgt eine Händedesinfektion (Einwirkzeit 30 Sekunden).
Danach sind Ihre Hände keimarm, aber nie keimfrei. Deshalb dürfen Sie während des Beutelwechsels weder das geöffnete Überleitungssystem noch den geöffneten Beutelanschluss berühren. Sollte dies geschehen, stellen Sie sich umgehend in Ihrem behandelnden Zentrum vor. Dort wird das Überleitungssystem erneuert, um einer Bauchfellentzündung vorzubeugen.
Körperpflege
Zur Peritonealdialyse gehört eine ganz spezielle Körperpflege. Sie dient dazu, Katheteraustrittstellen-Infektionen vorzubeugen. Duschen Sie bitte täglich. Entfernen Sie zunächst den Verband, und untersuchen Sie die Katheteraustrittstelle auf Besonderheiten. Keine Angst, Katheter und Austrittstelle dürfen ruhig mit Wasser und Seife in Berührung kommen. Richten Sie den Duschstrahl nie direkt auf die Katheteraustrittstelle. Achten Sie beim Abfrottieren darauf, die Katheteraustrittstelle auszusparen. Diese wird mit sterilen Kompressen trockengetupft.
Verbandswechsel
Ist die gereinigte Katheteraustrittstelle nicht reizlos, decken Sie sie bitte mittels einer sterilen Kompresse ab. Die Kompresse wird mit Pflasterstreifen fixiert. Die besondere Technik erklärt Ihnen Ihr PD-Team, dem Sie die gereizte Austrittstelle ohnehin zeigen werden. Bei unauffälliger Austrittstelle ist eine Abdeckung nicht notwendig. Das mit dem Katheter verschraubte System wird mit einem Pflasterstreifen befestigt. Dadurch vermeiden Sie unnötigen Zug und ein Verdrehen des Katheters.
Selbstbeobachtung
Zu einer erfolgreichen Behandlung mit der Peritonealdialyse gehören einige Kontrollen, die Sie regelmäßig zu Hause durchführen müssen.
Kontrolle des Dialysats
Eine Verfärbung des Dialysats kann verschiedene Gründe haben.
Jedes ausgelaufene Dialysat muss von Ihnen auf Klarheit geprüft werden und ist mit der Farbe von klarem Apfelsaft zu vergleichen. Eine Trübung könnte das Anzeichen einer Peritonitis sein, die ohne zeitliche Verzögerung ausgeschlossen oder behandelt werden muss. Eine Trübung kann auch ein Zeichen für eine vermehrte Eiweißausscheidung sein. Fibrinfäden weisen darauf hin und sehen aus wie geronnenes Eiweiß in heißer Brühe. Rötliche Verfärbungen werden durch Blutbeimischungen hervorgerufen und bedürfen einer Abklärung. Bei Frauen kann dies während der Periode oder des Eisprungs auftreten, ist aber normalerweise unproblematisch.
Kontrolle der Katheteraustrittstelle
Kontrollieren Sie täglich Ihre Katheteraustrittstelle. Ist sie gerötet, feucht, nässend, verkrustet oder eitrig? Sind Hautwucherungen vorhanden? Gibt es andere Veränderungen? Jede äußere Entzündung beginnt mit einer Rötung. Suchen Sie dann unbedingt Ihr Zentrum auf, um einen Katheteraustrittstelleninfekt behandeln zu lassen. Vermeiden Sie Selbstbehandlungen.
Benutzen Sie zur Pflege keine scharfen Gegenstände, keine Watte-träger, Salben oder Tinkturen. Krusten, die sich am Katheteraustritt bilden, fallen irgendwann beim Duschen ab. Bitte nicht entfernen.
Kontrolle des Blutdrucks
Der Blutdruck steht im direkten Zusammenhang mit guten Kreislaufbedingungen. Die Nierenfunktion hat Einfluss auf Ihren Blutdruck. Deshalb ist eine tägliche Blutdruckmessung für Sie unerlässlich. Ihre gemessenen Blutdruckwerte notieren Sie sorgfältig in einem Protokoll, damit Ihr behandelnder Arzt die Dosierung der Medikamente darauf abstimmen kann. Flüssigkeitseinlagerungen können zur Erhöhung Ihrer Blutdruckwerte führen. Da bei der Peritonealdialyse kontinuierlich Wasser entzogen wird, ist der Blutdruck meist stabiler als bei Hämodialysepatienten.
Kontrolle der Bilanz
Ob Ihrem Körper mit der Peritonealdialyse ausreichend Wasser entzogen wird, lässt sich am einfachsten über eine tägliche Gewichtskontrolle feststellen. Wiegen Sie sich jeden Morgen unter den gleichen Voraussetzungen (z.B. im Schlafanzug). Falls Sie nicht gerade im Urlaub sind und eine gute Küche genießen, sollte Ihr Gewicht keinen großen Veränderungen unterliegen. Zu Ihren Aufgaben im Rahmen der CAPD-Behandlung gehört auch das Wiegen der Einlauf- und Auslaufdialysatmenge. Wenn Sie noch Urinausscheidung haben, sollten Sie diese in regelmäßigen Abständen messen. Aus diesen Messungen ergibt sich Ihre Flüssigkeitsbilanz, die immer ausgeglichen sein muss. Achten Sie darauf, dass Ihre Beine und Füße nicht geschwollen sind und Sie keine Luftnot haben. Dies könnte ebenfalls ein Zeichen für eine Überwässerung sein. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie in Ihrem Zentrum nach. Eventuell muss Ihr Dialyseregime geändert werden.
Dialyseprotokoll
Das tägliche Protokollieren Ihrer gemessenen Werte ist die Voraussetzung für eine gute Heimdialyse. Bei den Vorstellungen in Ihrem Zentrum kann sich Ihr Dialyseteam anhand gut geführter Protokolle ein genaues Bild über die Qualität Ihrer Dialyse machen. Auftretende Probleme können so schneller erkannt und behoben werden.
Materialbestellung und Lagerung
Zur Durchführung Ihrer Heimdialyse müssen Sie PD-Material für ca. 4 Wochen vorrätig halten. Die Materialien können Sie im trockenen Keller (nicht unter +5 °C, nicht über 25°C) oder in der Wohnung lagern. Die Bestellung sollten Sie früh genug zu Ihrem Zentrum schicken, um eine reibungslose und rechtzeitige Heimbelieferung zu gewährleisten.