Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn Ihre Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten, wird eine Blutreinigung – Dialyse – erforderlich. Sicherlich denken Sie dabei zuerst an die weitverbreitete „Maschinen-Dialyse“, in der Fachsprache Hämodialyse genannt. Eine weniger bekannte Nierenersatztherapie ist die Peritonealdialyse. Diese möchten wir Ihnen hier vorstellen.
Kleine Geschichte der PD
Erste Ansätze der Peritonealdialyse (PD) gab es bereits Ende des vergangenen Jahrhunderts. Ein Meilenstein in der Entwicklung war das Jahr 1927, in dem die Ärzte Heusser und Werder unter klinischer Beobachtung die erste PD am Menschen durchführten. Dies geschah zu einer Zeit, als an die Hämodialyse, wie sie heute weit verbreitet ist, noch gar nicht zu denken war.
1978 stellten Popovich und Moncrief in den USA das erste System für die ambulante Selbstbehandlung vor. Dieser Idee verdanken wir, dass die PD heute weitgehend als Heimbehandlung durchgeführt wird.
Bereits ein Jahr danach wurde die Continuierliche Ambulante Peritonealdialyse – CAPD – in der Bundesrepublik eingeführt. Von Anfang an große Bedeutung in der Entwicklung der CAPD-Systeme hatte neben anderen Zentren auch die Düsseldorfer Universitätsklinik.
PD im Trend
In vielen europäischen Ländern ist die Verbreitung der PD größer als in Deutschland, obwohl aus medizinischer Sicht feststeht, dass Peritonealdialyse und Hämodialyse gleichwertige Therapien sind.
Wissenschaftliche Daten belegen, dass die Überlebensrate der Patienten bei Peritonealdialyse im Vergleich zur Hämodialyse gleich oder in den ersten zwei Jahren besser ist. Außerdem bringt die Peritonealdialyse für viele Dialysepatienten erhebliche individuelle Vorteile mit sich. Jeder Betroffene kann die Behandlung selbständig durchführen – zu Hause, im Urlaub oder am Arbeitsplatz.
Einfache Konnektionssysteme und gut verträgliche PD-Lösungen bieten eine gute Möglichkeit, die Peritonealdialyse sicher und lange durchzuführen.