Baxter bietet Hilfe für Patienten, die an Erkrankungen der Blutgerinnung leiden. Hierbei handelt es sich in erster Linie um die als Bluterkrankheit bekannte Hämophilie. Bei dieser angeborenen Krankheit liegt entweder ein Mangel des Blutgerinnungsfaktor VIII (Hämophilie A) oder des Faktor IX (Hämophilie B) vor. Weit seltener ist der angeborene Mangel des Faktor VII. Da Gerinnungsfaktoren, besonders der Faktor VIII, überaus empfindlich sind, galt ihre Produktion in ausreichender Menge lange Zeit als sehr schwierig. Erst in den 60er Jahren konnte ein Durchbruch erzielt werden, da sich die Technik der Konzentratherstellung von Blutgerinnungsfaktoren stetig verbessert hat. Der „Rohstoff“ für die Herstellung dieser Medikamente ist Plasma, das aus Spenderblut gewonnen wird. In den Anfangsjahren dieser Therapie kam es allerdings zur Kontamination der Faktorenkonzentrate mit Hepatitis-B- und -C-Viren. Tragischerweise wurden in den 80er Jahren zudem viele Hämophilie-Patienten mit dem tödlichen HI-Virus infiziert. Durch die Einführung hochempfindlicher Untersuchungsmethoden sowie wirksamer Verfahren zur Virusinaktivierung und –reduktion sind Plasmakonzentrate heute sicher. Baxter hat sich auf Konzentrate der Faktoren VII, VIII und IX, sowie ein Multikomponenten-Konzentrat, das bei der Behandlung von Hämophilie-Patienten mit Hemmkörpern zum Einsatz kommt, spezialisiert.
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Als weitere Reaktion auf die HIV-Katastrophe wurde der Ruf nach biotechnologisch (rekombinant) hergestellten Medikamenten lauter. Bei diesen Konzentraten wird der Gerinnungsfaktor nicht aus menschlichem Plasma, sondern im Bioreaktor mit Hilfe einer Zellkultur gewonnen. 1984 gelang erstmals die biotechnologische Herstellung von Faktor VIII, 1987 konnte im Rahmen einer Studie der erste Hämophilie-Patient mit einem rekombinanten Faktor-VIII-Präparat behandelt werden. Baxter brachte 1992 dieses erste rekombinante Präparat in den USA und in Schweden, 1993 auch in Deutschland, auf den Markt. Auf Wunsch vieler Hämophiliebehandler und Patienten entwickelte Baxter dieses Faktor-VIII-Konzentrat zu einem Präparat weiter, das im gesamten Herstellungsprozess ohne Proteine aus Blutplasma auskommt. Seit 2004 steht dieses Medikament den Hämophilie-Patienten zur Verfügung. Damit wird das mögliche Risiko einer Krankheitsübertragung durch Erreger völlig ausgeschlossen. Baxter ist weltweit der führende Hersteller von rekombinant hergestelltem Faktor VIII.
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