Dialyse zu Hause

Dialyse zu Hause

Was ist eine Bauchfelldialyse?

Die Bauchfelldialyse ist die gebräuchlichste Form der Heimdialyse. Weltweit werden so über 250.000 Patienten in ihrem Zuhause versorgt. Dabei wird das Blut nicht in einem externen Gerät, sondern innerhalb des Körpers gereinigt. Dabei dient das Bauchfell, eine körpereigene Membran, als Filter.  In der Fachsprache wird das Bauchfell auch als Peritoneum bezeichnet, die Bauchfelldialyse dementsprechend als Peritonealdialyse (PD).

Die PD ist ein einfaches und sicheres Verfahren, das erheblich zum Erhalt der Lebensqualität beiträgt. Sie kann nicht nur zu Hause, sondern ebenso auf Reisen oder sogar im Büro durchgeführt werden. So bewahren sich die Patienten ihre Mobilität und können ihren Lebensrhythmus mit geringen Einschränkungen aufrecht erhalten.

Die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit der PD sind in den meisten Fällen gegeben. Oft wird behauptet, die PD sei vor allem für junge und fitte Dialysepatienten geeignet, dabei  lässt sich das Verfahren in Wirklichkeit bei fast jedem anwenden. Aktuelle Studien deuten auch darauf hin, dass gerade ältere Patienten von den Vorteilen der Therapie profitieren. Für Patienten, denen Unabhängigkeit wichtig ist und die sich in der  Lage fühlen, ihre Dialyse regelmäßig selbst durchzuführen, ist die PD eine wertvolle Alternative.

Zu den wenigen medizinischen Hindernissen gehören Verwachsungen im Bauchraum, die zum Beispiel bei einer vorausgegangenen Operation entstanden sein können.

Das Verfahren ist unkompliziert und leicht zu lernen: Der Bauchraum wird mit rund 2 Litern Dialyseflüssigkeit gefüllt, die dort ein paar Stunden verweilt. Dazu wird im Vorfeld in einer kleinen Operation ein kleiner weicher Silikonschlauch schräg unterhalb des Nabels platziert. Dieser bleibt in der Bauchhöhle und kann bequem unter der Kleidung verborgen werden. Die Dialyseflüssigkeit reichert sich während der Zeit im Bauch mit den Abbauprodukten des Blutes an, die normalerweise über die Nieren ausgeschieden werden. Auch überschüssiges Wasser wird dabei dem Körper entzogen. Nach der Verweilzeit wird sie über den Katheter wieder abgelassen und durch frische Flüssigkeit ersetzt. Grundsätzlich gibt es zwei Arten der PD:

  • Die Kontinuierlich Ambulante Peritonealdialyse (CAPD): Hier tauscht der Patient drei- bis viermal pro Tag die Flüssigkeit in der Bauchhöhle durch einen frischen Beutel mit Dialyseflüssigkeit aus. Ein Wechsel dauert circa 30 Minuten und kann in jeder sauberen Umgebung durchgeführt werden. Der Zeitplan für die Behandlung lässt sich flexibel gestalten und an die persönlichen Bedürfnisse anpassen.

  • Die Automatisierte Peritonealdialyse (APD): Hier erfolgt der Wechsel der Dialyselösung über ein Gerät – den sogenannten Cycler – und wird meistens während des Schlafes durchgeführt.

 

Funktionsweise der CAPD
Peritonealdialyse während dem Tag
A   Frische Lösung
B   Verbrauchte Lösung
1.   Peritonealhöhle
2.   Schlauchsystem
3.   Katheter
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Gibt es andere Formen der Heimdialyse?

Eine sogenannte „Blutwäsche“ bzw. Hämodialyse wird im Normalfall in einem Dialysezentrum durchgeführt. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, eine Hämodialyse zu Hause durchzuführen. Dabei werden die Hämodialysemaschinen zusammen mit einer speziellen Wasserreinigungsanlage im Haus des Patienten installiert und der Patient muss die Gerätebedienung erlernen. Wegen des relativ hohen Aufwandes wird dieses Verfahren momentan noch selten genutzt.

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