Presseinformation - 04. September 2018

Europäische Zulassungsbehörde (EMA) gibt grünes Licht für Einsatz von Isofluran bei Ferkelkastration

Baxter ebnet Weg für schmerzfreie Methode der Ferkelkastration

  • Die europäische Kommission schließt sich den Experten der EMA an und gibt die Ferkelkastration mittels Isofluran ohne Rückstandshöchstmengenangabe frei. Damit ist ein weiterer Meilenstein für die Zulassung von Isofluran für die Ferkelkastration erreicht
  • Zwischen 20 und 25 Millionen männliche Ferkel werden jährlich in Deutschland kastriert, um den als unangenehm empfundenen Geruch und Geschmack, den Eberfleisch bei der Fleischverarbeitung annehmen kann, zu vermeiden
  • Voraussichtlich ab dem 01.01.2019 ist die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel in Deutschland per Tierschutzgesetz verboten
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Unterschleißheim 04.09.2018 – Die Baxter Deutschland GmbH, ein führendes Unternehmen für Medizinprodukte und Arzneimittel, hat heute bekannt gegeben, als erster Hersteller und Vertreiber des Inhalationsgases Isofluran, das europäische Rückstandshöchst-mengenverfahren für den Einsatz des Narkosegases Isofluran bei männlichen Ferkeln positiv abgeschlossen zu haben.

In Deutschland werden jährlich etwa 20 – 25 Millionen männliche Ferkel kastriert. Grund hierfür ist ein unangenehmer Geruch und Geschmack, den das Fleisch von unkastrierten männlichen Schweinen annehmen kann. Dieser so genannte Ebergeruch wird durch geschlechtsspezifische Ebergeruchsstoffe und Hormone hervorgerufen, die sich über das Blut im Körper des Ebers verteilt. Bei Weiterverarbeitung des Fleisches kann das zu unangenehmen Geruchs- und Geschmacksveränderungen führen. Um dies zu vermeiden, stehen deutschen Schweinezüchtern neben der betäubungslosen Methode, drei für die männlichen Ferkel schmerzfreie Möglichkeiten zur Verfügung:

Die Jungebermast, bei der auf eine Kastration verzichtet wird und die jungen Eber getrennt von den weiblichen Schweinen gemästet werden. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Eber ausreichend Platz und eine angepasste Fütterung erhalten, da sie ansonsten bei erreichter Geschlechtsreife aggressiv werden und sich gegenseitig schwer verletzten. Hinzu kommt, dass die Schlachtunternehmen viel Arbeit in die Detektion von Ebern mit Geruchsabweichungen investieren müssen, damit das betroffene Fleisch nicht in den Handel kommt. Die zweite Möglichkeit stellt die Impfung gegen Ebergeruch, die so genannte Immunokastration, dar. Die injizierten Antikörper richten sich gegen einen Botenstoff, der die Ausschüttung von männlichen Geschlechtshormonen auslöst. Um ausreichend Antikörper zu bilden, müssen die männlichen Schweine mindestens zweimal geimpft werden. Bisher wird diese Methode in deutschen Mastbetrieben noch selten praktiziert.

Als dritte Methode zur schmerzfreien Kastration von männlichen Ferkeln steht nun auch die Vollnarkose mit Isofluran zur Verfügung. Die Inhalationsnarkose kommt in der Human- und auch in Teilen der Veterinärmedizin bereits seit Langem zum Einsatz. Im Nachbarland Schweiz wird Isofluran bereits seit 2010 flächendeckend für die Ferkelkastration genutzt. Hierbei atmen die Ferkel das Narkosegas in einer Mischung mit Sauerstoff oder Luft ein. Der Stress bei der Kastration wird durch die passgenaue Narkose – die Einleitung bis zur Kastration dauert je nach Gerät ca. 80 Sekunden – deutlich reduziert. Die Ferkel schlafen ruhig ein und erreichen eine ausreichende Narkosetiefe. Die Kastration erfolgt schmerzfrei und nach etwa zwei bis drei Minuten sind sie wieder vollständig wach und können zurück zu ihrer Mutter. Gegen den postoperativen Schmerz erhalten die Ferkel zusätzlich ein Schmerzmittel.

Der deutsche Tierschutzverbund e.V. setzt sich für die erweiterte arzneimittelrechtliche Zulassung von Isofluran ein

Was bisher durch fehlende Zulassung nicht möglich war und bereits seit Langem von verschiedenen Interessengruppen gefordert wurde, kann nun sehr bald umgesetzt werden: Die flächendeckende Betäubung bei der Kastration männlicher Ferkel durch Vollnarkose. Ein Blick ins Nachbarland zeigt hierbei, wie es funktionieren kann: In der Schweiz wird Isofluran nach vorheriger Schulung und Sachkundeprüfung direkt an den Landwirt abgegeben. Baxter erwartet die Zulassung für den deutschen Markt in wenigen Wochen. Das Unternehmen ist überzeugt, dass den deutschen Landwirtschaftsbetrieben durch die erweiterte Zulassung endlich eine adäquate und schmerzfreie Alternative zur bisher betäubungslosen Ferkelkastration zur Verfügung steht.

 

Über Isofluran

Isofluran ist ein flüchtiges, halogeniertes Inhalationsanästhetikum zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Vollnarkose. Es wird in Deutschland seit 1984 für Narkosen verwendet. Isoflurannarkosen sind aufgrund der physiko-chemischen Eigenschaften von Isofluran gut steuerbar. Zudem wird das Anästhetikum nur sehr gering verstoffwechselt und lagert sich nicht im Körper ein. Die Einleitungs- und Aufwachphasen sind kurz.

 

Über Baxter Deutschland GmbH

Seit 1960 kommen jeden Tag Tausende von Menschen mit Baxter Deutschland in Berührung. Unsere Produkte und Therapien sind überall dort im Einsatz, wo Leben gerettet und wieder lebenswert gemacht werden: in Krankenhäusern, Zentren, Arztpraxen und bei den Menschen zu Hause. Unser Portfolio umfasst die Heim- und Zentrumsdialyse sowie Akut Dialyse, Infusionssysteme und -geräte, Zytostatika, Parenterale Ernährung, Produkte für die Chirurgie, Anästhetika, Automatisierungssysteme sowie Dienstleistungen für die Apotheke.

Weitere Informationen finden Sie unter www.baxter.de.

 

Medienkontakt

Friederike Kalle
Communications Manager DACH
Baxter Deutschland GmbH
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