Presseinformation - 22. August 2017

Adäquate Ernährungstherapie für Intensivpatienten essentiell

Unterschleißheim im August 2017 - Nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation stellen u.a. Muskelverlust, Muskelschwäche und Fatigue für viele Patienten ein erhebliches Problem dar. Eine Leitlinien-gerechte parenterale Ernährung kann hierbei einen präventiven Einfluss haben: Neben einem hohen Anteil an Proteinen zur Erhaltung der Muskelmasse liefert sie auch essentielle Fettsäuren, z. B. in Form immunneutraler Mischemulsionen auf Olivenölbasis. Komplettiert werden sollte sie durch die Gabe von Mikronährstoffen, die an die individuellen Bedürfnisse des Schwerkranken angepasst werden. So lauteten die wichtigsten Erkenntnisse eines Fachsymposiums von Baxter auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) in Zürich.

In der Intensivmedizin stellt die auf der ICU erworbene Muskelschwäche und Müdigkeit (‚intensive care unit acquired weakness‘ / ICUAW) eine häufige Komorbidität dar: Bis zu 57 Prozent aller Intensivpatienten können nach ihrer Entlassung davon betroffen sein.1 Dabei hat das Ausmaß der ICUAW einen klinisch relevanten Einfluss auf die Kurzzeit- und Langzeit-Folgen von Betroffenen. „Dank Intensivstation überleben immer mehr Menschen schwere Erkrankungen“, erklärte Prof. Dr. Christian Madl von der Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien während des Symposiums. „Doch gleichzeitig entstehen für Überlebende nach Intensivstationsaufenthalt neue Probleme, die dramatische Auswirkungen auf die Lebensqualität haben und die langfristige Prognose des Patienten massiv beeinflussen können.“

 

Muskelschwund hat klinisch relevante Folgen

Das Phänomen des akuten Muskelschwunds ist bei Intensivpatienten gut dokumentiert.2,3,4 Studien zeigen, dass die auf der ICU-erworbene Muskelschwäche und Fatigue durch einen längeren Aufenthalt auf der Intensivstation besonders bei Notwendigkeit einer Langzeitbeatmung entstehen können.5,6 Zudem korreliert die ICUAW mit einer klinisch relevanten Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie mit erhöhter Langzeitmortalität von Betroffenen nach ihrer Entlassung.7 „Kritisch kranke Patienten erleben vielfach physische Beeinträchtigungen, sei es bezüglich ihrer Lungenfunktion oder neuromuskulärer Veränderungen“, bestätigte Prof. Madl. „Das ist der Punkt, wo die adäquate Ernährung und Supplementation eine maßgebliche und entscheidende Rolle spielt.“

 

Parenterale Ernährung zur Proteinversorgung

Bei Intensivpatienten stellt eine adäquate Ernährungstherapie eine Herausforderung dar, da es sich um eine sehr heterogene Patientengruppe mit einem sich ständig verändernden Nährstoffbedarf handelt. Für ICU-Patienten, bei denen eine orale/ enterale Ernährung unmöglich, unzureichend oder kontraindiziert ist, kann eine parenterale Ernährung z. B. mit dem standardisierten Dreikammerbeutel von Baxter erfolgen.8 Dadurch wird eine maximale Versorgung mit Aminosäuren bei moderater Glucose-, Energie- und Volumenzufuhr zum Ausgleich der negativen Stickstoffbilanz bei kritisch kranken Patienten gewährleistet. „Die parenterale Aminosäurezufuhr verbessert die Protein-Synthese und -Bilanz bei intensivmedizinisch betreuten Patienten“, berichtete Madl. Eine höhere Aminosäurezufuhr (1,2g/kg/d) habe dabei einen positiven Einfluss auf die Muskelmasse sowie auf Schwäche und Müdigkeit.9 Hochproteinlösungen entsprechen nicht nur den Empfehlungen der aktuellen Leitlinien von DGEM und ESPEN, sondern bieten somit optimale Voraussetzungen für eine adäquate und individuelle Nährstoffversorgung von Intensivpatienten.

 

Lipidemulsionen auf Olivenölbasis sind immunneutral

Bei kritisch Kranken kann aufgrund der besonderen Stoffwechselsituation eine höhere Lipid-Zufuhr notwendig sein, wobei Lipidemulsionen in der parenteralen Ernährung als wichtige Energie-lieferanten und zur Deckung des Bedarfs an essenziellen Fettsäuren dienen. Prof. K. Georg Kreymann wies auf dem Symposium darauf hin, dass Fettsäuren den Immun- und Inflammationsstatus beeinflussen.10 Während Omega-6 Emulsionen aufgrund ihrer immunsuppressiven Wirkung bei Intensivpatienten nicht mehr eingesetzt werden sollten 11,12,13 gebe es immunneutrale Mischemulsionen auf Olivenölbasis, die für nahezu alle Patienten geeignet seien. Dazu gehört beispielsweise die in dem Baxter Dreikammerbeutel enthaltene Lipidemulsion, welche die Immunfunktion sowie die Inflammation nicht beeinflusst und das Risiko von Lipidperoxidation reduzieren kann.

 

Individualisierbare Therapie mit Mikronährstoffen

Neben Fettsäuren beeinflussen auch Mikronährstoffe (Vitamine und Spurenelemente) die Immun-funktion, und sie spielen eine regulierende Rolle beim Postaggressionsstoffwechsel von Intensiv-patienten. Laut Prof. Hans Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim besteht in Fachkreisen weitgehende Einigkeit darüber, dass parenterale Ernährung mit allen verfügbaren Mikronährstoffen kombiniert werden sollte, um Mangelerscheinungen bzw. Defiziten bei Patienten vorzubeugen und zwar vom ersten Tag der parenteralen Ernährung an. Mit dem Baxter Dreikammerbeutel können Vitamine und Spurenelemente nach einem Kompatibilitätscheck gezielt, sicher und patientenindividuell zugefügt werden.21

 

Quellen:
1 Bednarík J, et al. J Neurol 2005; 252:343-51.
2 Schellekens WJ, et al. Crit Care 2016; 20:103.
3 Dos Santos C, et al. Am J Respir Crit Care Med 2016;194:821-830.
4 Dinglas VD, et al. Crit Care Med 2017;45:446-453.
5 Griffiths RD, Crit Care Med 2010;38:779-87.
6 Herridge MS, N Engl J Med 2011;364:1293-304.
7 Wieske L, et al. Crit Care 2015;19:196.
8 Fachinformation Olimel 4,4% E Emulsion zur Infusion, Stand: Oktober 2015
9 Liebau F, et al. Crit Care 2015;19:106.
10 Wanten GJA, Calder PC. Am J Clin Nutr 2007;85:1171-84.
11 Monson JRT, et al. Eur J Surg Oncol. 1988;14(5):435-943.
12 Sedman PC, et al. Br J Surg. 1991:78(11):1396-1399.
13 Grimm H, et al. Transpl Immunol. 1995;3(1):62-67.
14 Weitzberg DL, et al. J Parenter Enteral Nutr 2006;30: 351-67
15 Reimund JM, et al. Clin Nutr 2004;23: 1324-32
16 Granato D, et al. J Parenter Enteral Nutr 2000;24: 113-18
17 Calder PC, et al. Intensive Care Med 2010;36:735-49
18 DePablo MA, Alvarex de Cienfuegos G. Immunol Cell Biol 2000;78:31-9
19 Vanek VW, et al. Nutr Clin Pract 2012;27: 150-92
20 Jia ZY, et al. Nutr J. 2015; Nov 14;14(1): 119
21 SmPC OLIMEL N9, 2015

 

Über Baxter Deutschland GmbH

Seit 1960 kommen jeden Tag Tausende von Menschen mit Baxter Deutschland in Berührung. Unsere Produkte und Therapien sind überall dort im Einsatz, wo Leben gerettet und wieder lebenswert gemacht werden: in Krankenhäusern, Zentren, Arztpraxen und bei den Menschen zu Hause. Unser Portfolio umfasst die Heim- und Zentrumsdialyse sowie Akut Dialyse, Infusionssysteme und –geräte, Zytostatika, Parenterale Ernährung, Produkte für die Chirurgie, Anästhetika, Automatisierungssysteme (Unit Dose) sowie Dienstleistungen für die Apotheke.

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