Presseinformation - 17. Juli 2017

Standard-Dreikammerbeutel für mehr Sicherheit in der parenteralen Ernährung von Frühgeborenen

Unterschleißheim im Juli 2017 - Industrielle Standard-Dreikammerbeutel können die Effektivität und Sicherheit in der parenteralen Ernährung (PE) von Frühgeborenen im Vergleich zu individuell zubereiteten Konzepten verbessern.1 Vorteile liegen dabei vor allem in der optimalen Nährstoffzusammensetzung und einem reduzierten Kontaminationsrisiko.2 Baxter informierte im Rahmen der 43. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin e. V. (GNPI) über Studiendaten und Praxisanwendung der standardisierten PE.

Der Dreikammerbeutel von Baxter ist indiziert, sofern eine orale oder enterale Ernährung nicht möglich, unzureichend oder kontraindiziert ist.3 Der standardisierten PE liegt ein innovatives Konzept zugrunde: Der Dreikammerbeutel enthält eine optimal auf die Bedürfnisse von Frühgeborenen abgestimmte Glukose-Lösung, eine Lösung mit Aminosäuren und Elektrolyten sowie eine optional einsetzbare Lipid-Emulsion. Die Inhaltsstoffe entsprechen den Nährstoffvorgaben der ESPGHAN/ ESPEN-Leitlinien und die Stabilität der gebrauchsfertigen Mischlösung wird garantiert.2 Vitamine und Spurenelemente können nach Ermessen des behandelnden Arztes und den klinischen Bedürfnissen des Patienten hinzugefügt werden. „Hilfreich bei Zugaben von Mikronährstoffen ist ein Dosierschieber, den wir gerne einsetzen, wenn uns kein Computerprogramm zur Berechnung der Nährstoffkonzentrationen zur Verfügung steht“, erläuterte Dr. med. Lior Haftel, Ravensburg, während eines von Baxter veranstalteten Symposiums auf der Jahrestagung der GNPI. „Der Dreikammerbeutel ist einfach anzuwenden und gut geeignet für die meisten kranken Neugeborenen und Frühgeborenen, die eine Indikation zur parenteralen Ernährung haben“, so das Urteil des Experten zur flexiblen Basislösung.

 

Optimale Nährstoffversorgung: essentiell für die neuronale Entwicklung von Frühgeborenen

Die Relevanz einer ausreichenden Versorgung von Neugeborenen mit Nährstoffen ist seit langer Zeit bekannt. Studien haben gezeigt, dass eine Unterversorgung die geistige Entwicklung verzögern kann und in einem IQ-Rückstand bei den betroffenen Kindern resultiert.4,5 Trotz des Wissens um die gravierenden Folgen ist der prozentuale Anteil der Neugeborenen-Intensivstationen (NIPS), die die Leitlinien für die PE nicht erfüllen, erheblich. So wurde dokumentiert, dass unter 161 NIPS in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien 37 Prozent am Tag der Geburt keine Aminosäuren verabreichten und 61 Prozent die empfohlene Initialdosierung von Lipiden unterschritten.2,6 Als Resultat dieser Forschungsergebnisse wurde in anderen EU-Staaten, darunter Frankreich, bereits eine auf dem IGAS-Report basierende, gesetzliche Verordnung zur Verwendung der standardisierten PE erlassen.7

 

Bessere Wachstumsergebnisse mit standardisierter PE

Eine retrospektive Kohortenstudie vergleicht den Einsatz des Dreikammerbeutels mit einer individualisierten PE bei hospitalisierten Frühgeborene mit einem Gestationsalter von weniger als 32 Wochen.1 Dabei konnten bessere Wachstumsergebnisse – insbesondere in der ersten Lebenswoche –basierend auf dem neuen Ernährungsprotokoll dokumentiert werden: Verglichen mit der Kontrollgruppe, zeigte sich unter dem Dreikammerbeutel eine geringere initiale Gewichtsabnahme sowie anschließend eine raschere Gewichtszunahme. Die Unterschiede erreichten statistische Signifikanz im ungepaarten T-Test.

 

Präventivstrategien für mehr Sicherheit in der PE

Das Thema Sicherheit steht in der PE von Frühgeborenen an erster Stelle. Prof. Dr. Thorsten Orlikowsky, Aachen, wies in seinem Vortrag auf die vielen potenziellen Fehlerquellen hin, die ein individualisiertes Compounding birgt. In diesem Zusammenhang präsentierte er eine aktuelle Studie, die unter 3.010 Verordnungen eine Fehlerrate von 3,9 Prozent dokumentierte.8 Ursache waren unter anderem falsche Konzentrationen, Rechen- und Rundungsfehler oder komplett fehlende Komponenten. Computerbasierte Systeme seien geeignet, um menschliche Fehlerquellen zu minimieren. Dazu gehören auch schlecht lesbare Handschriften, Übertragungsfehler oder Verwechslungen. „Eine tragende Säule von Präventionsstrategien sind regelmäßige Schulungen des Personals, um eine sichere und professionelle PE zu gewährleisten“, betonte der Experte. „Wesentliche Inhalte sind dabei unter anderem eine adäquate Handhygiene, Weiterentwicklungen und die Prävention nosokomialer Infektionen.“

 

1 Evering V et al. J Clin Med Res 2017; 9(4): 339-44.
2 Koletzko B et al. JPGN 2005; 41: Suppl 2: S1-87.
3 Fachinformation Numeta G 13 % E Emulsion zur Infusion, Stand: Mai 2016.
4 Embleton N. Infant 2011; 7: 187-90.
5 Stephens BE et al. Pediatrics 2009; 123: 1337-43.
6 Lapillonne A et al. BMJ Open 2013; 3: e003478.
7 Cecchi-Tenerini R, et al. An evaluation of pediatric parenteral nutrition practices.
Final Report 2015.
8 Hermanspann T et al. Front Pediatr 2017. doi: 10.3389/fped.2017.00149.

 

Über Baxter Deutschland GmbH

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